Krieg und Gefangeschaft

Hermann Becker vor seinem Krad

Hermann Becker,Tagebucheintrag vom 17. Juni 1943

Ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass ich in Leibzig stand, feldmarschmässig eingekleidet. Hinter mir lag eine Zeit ruhigsten Soldatenlebens, zu ruhig als das ein Mensch wie ich sie hätte ertragen können. Damals ging ich freiwillig in den Osten, so wie ich jetzt freiwillig nach Süden gehe.

Als Panzerfahrer und später als Kradmelder war ich zunächst in Frankreich, danach bis Mai 1943 als Kradmelder in Rußland eingesetzt. Hier kam ich in die Rückwärtsbewegung des ersten russischen Winterfeldzuges hinein. Das Elend und Grauen das ich dort miterlebte, wird immer lebendig in mir bleiben. Im weiteren Verlauf des Feldzuges, Wjasma, Gjastzk, Moschalsk, Juchno, dann die Kämpfe um Fornino, Miljatino und an der gesmten Kirowfront, machte ich als Kradmelder mit.

 

Zum Kriegsende war Hermann Becker am Italienrückzug beteiligt. Die Schlacht um Monte Cassino war für ihn ein prägendes Erlebnis. Über den gesamten Italienfeldzug führte er Tagebuch und illustrierte es mit einer Vielzahl von Tuschezeichnungen. 1945 geriet er in brittische Gefangenschaft und kam in ein afrikanisches Gefangenenlager.

Hier einige Darstellungen aus dem Tagebuch.