Bücher

Aus dem Leben von Hermann Becker wurden folgende Bücher veröffenlicht.

Als im September 1939 der Zweite Weltkrieg begann, war Hermann Becker 20 Jahre alt und Student an der Kunsthochschule in München. Noch im selben Jahr wurde er zum RAD (Reichsarbeitsdienst) einberufen und Anfang 1940 zu den Panzerpionieren eingezogen, aber zunächst für das Sommersemester an der Berliner Kunsthochschule freigestellt, bevor er zum Kriegsdienst nach Frankreich und Belgien geschickt wurde. Nach weiteren Einsätzen in Russland meldete er sich freiwillig zum Afrika – Korps und erhielt am 21. Mai 1943 seinen Marschbefehl nach Küstrin ( ca. 80 km östlich von Berlin ). Im etwa 10 km entfernten Tamsel wartete er fast vier Wochen auf den Abmarschbefehl nach Sizilien, von wo er nach Afrika übergesetzt werden sollte. Während dieser Wartezeit begann er Tagebuch zu schreiben, zunächst mit einem Rückblick auf die Zeit in Frankreich, Belgien und Russland, bevor er uns mitnimmt auf eine dramatische Reise in die Vergangenheit, die geprägt ist von Angst, Tod und Zerstörung. Wir lernen einen Menschen kennen, der inmitten der Grausamkeiten des Krieges und der eigenen Verzweiflung nicht nur Mitgefühl für seine Kameraden zeigte, sondern auch für die notleidende italienische Zivilbevölkerung:

Erschienen bei Amazon als Taschenbuch und eBook

 

An einem Frühlingsmorgen 1932 stand ich auf einem Schiff und schaute nach den Boten aus, die vom Hafen Jaffa her Passagiere an Bord brachten. Ich war recht unruhig, denn einer Verabredung gemäß sollte mich ein Pater der Dormitio aus Jerusalem hier vom Schiff abholen. Da ich den Pater nicht einmal kannte und noch nie einen Benediktiner gesehen hatte, verließ mich meinen Jungenmut, der mir auf der langen Seefahrt bis hierher geholfen hatte. Ich war ja erst 12 Jahre alt und doch nicht so mutig, wie ich die Tage vorher geglaubt hatte. Die Ruderboote brachten wohl lauter Araber an Bord, aber keinen Menschen, der nach mir fragte, und ich sollte doch bestimmt nur bis Jaffa auf dem Schiff bleiben. Ich hatte wohl schon gehört, dass der heilige Petrus gerade in dieser Stadt ein Gesicht hatte und lauter Tiere in einem ausgebreiteten Tuch sah, und das Bild vor mir schien ein ähnliches zu sein, denn die blanke Wasserfläche wimmelte von Schiffchen mit bunten Menschen und Tieren. Ja, selbst große ausgewachsene Kühe wurden in Booten ans Schiff gebracht. Warum warten, dachte ich, und kletterte auch in ein Ruderboot, wie es anderen taten.

Erschienen bei Amazon als Taschenbuch und eBook